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© Fotos: C. Trewer www.cats-web.de

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Die Katze fängt Mäuse, und zwar nicht wenige! Das ist wohl der ursprüngliche Grund, warum sie als Haustier bei den Menschen lebt. Durch Zuchtauswahl hat der Mensch bis heute zwar die verschiedensten Rassen und Farbschläge geschaffen, das natürliche Jagdverhalten der Katze ist jedoch über all die Jahrhunderte hinweg weitgehend unverändert geblieben. Die Katze ist und bleibt ein Raubtier. Dessen sollte man sich stets bewusst sein, wenn man sein Heim mit solch einem leisepfotigen Jäger teilt.
Das Jagdverhalten ist der Katze angeboren und die dafür nötigen Bewegungselemente lernt und übt schon das kleine Kätzchen, und zwar ganz ohne fremde Anleitung. Und zeit ihres Lebens ist die Katze dann durch einen inneren Antrieb gezwungen, diese Bewegungsabläufe anzuwenden, auch ohne den passenden Anlass dafür. Gewisse Wahrnehmungen lösen zwingend ein Verfolgen und Fangen aus. Ein solcher Auslöser ist meistens die rasche Bewegung eines kleineren Gegenstandes am Boden, sei es ein Papierball oder eine Maus, in Reichweite der Katze. Da muss sie einfach danach springen! Bietet sich der Katze für längere Zeit kein passender Auslöser, fängt sie an, nach Ersatz zu suchen. Das Objekt braucht dann nicht mehr Mausgröße zu haben, es genügt auch eine Fliege. Und statt nach einem bewegten Gegenstand am Boden springt sie nach einem Uhrpendel oder einer Kugel am Weihnachtsbaum. Kann die Katze über noch längere Zeit ihren Jagdtrieb nicht ausleben, sieht man sie imaginäre Vögel erhaschen oder unsichtbare Luftmäuse fangen. Solche Leerlaufhandlungen dienen nur dazu, den angestauten Jagdtrieb irgendwie loszuwerden.
Der Jagdtrieb ist vom Sättigungsgrad der Katze übrigens völlig unabhängig.
Wann jagt Samtpfötchen am Liebsten?

Die wilden Vorfahren unserer Hauskatze waren vorwiegend in der Dämmerung und Dunkelheit aktiv. Für die domestizierte Katze gilt das nicht mehr im selben Maß, sie ist verstärkt auch tagsüber auf den >Pfoten< unterwegs und auf der Jagd. Rund 50% ihrer Beute fangen unsere Katzen am helllichten Tag, etwa 20% in den Stunden der Morgen­ und Abenddämmerung und "nur" etwa 30% während der Nacht. Im Sommer allerdings meiden sie die heißen Tagesstunden für eine so anstrengende Tätigkeit wie das Jagen und weichen tatsächlich auf die kühlere Nacht aus. Im Winter ist es umgekehrt. Dann jagen die meisten Katzen am Nachmittag, wenn es am wärmsten ist.

Die Jagd beginnt!
Alles fängt damit an, dass die Katze ein Geräusch wahrnimmt, das sie interessiert aufhorchen lässt: ein leises Rascheln im Laub etwa, das Tippeln von Mäusepfötchen oder ein hohes, wisperndes Piepsen. Die beweglichen Ohren der Katze wenden sich hin und her. Sie versucht die Richtung, aus der das viel versprechende Geräusch kommt, genau zu bestimmen und starrt dann gebannt dorthin. Und dann passiert Folgendes;

Anschleichen

Lauern Angriff Erfassen der Beute
Hat Mieze ein Opfer erspäht, nähert sie sich langsam und vorsichtig hinter vorhandener Deckung. Dann rückt sie schnell schleichend vor, den Bauch dicht an den Boden gepresst. Hinter einer Deckung lauernd bereitet sich der Minitiger auf die letzte Phase der Jagd vor. Ihre Hinterpfoten fangen zu treteln an, die Augen folgen jeder Bewegung des Opfers, und die Schwanzspitze zuckt vor Nervosität. Die Katze verlässt ihr Versteck und schiebt sich auf den Boden gepresst vorwärts. Kurz vor dem Opfer hebt sie den Vorderkörper für den Angriffssprung an. Die Hinterpfoten fest auf den Boden gestemmt, benutzt die Katze ihre Vorderpfoten zum Festhalten der Beute und bringt sie so in die korrekte Position.

Geschafft!!!

 
Jetzt ist die Maus in den Fängen der Katze und kämpft um ihr Leben, aber sie hat eine faire Chance. Wenn es um ihr Fell geht, werden Mäuse zu wahrlich todesmutigen Kämpfern. Hält die Katze sie nicht vom ersten Ansprung an fest im Genick gepackt, fährt so manche Maus tatsächlich beißend auf die Katze los. Diese weicht erschrocken einen Schritt zurück und schon gibt die Maus Fersengeld. Wenn sie Glück hat, genügt der erreichte Vorsprung fürs Entkommen.

Hat die Maus es nicht geschafft, erfolgt der Tötungsbiss!
Ob unmittelbar nach dem ersten erfolgreichen Anspringen oder erst noch längerem Kampf, am Ende tötet die Katze ihre Beute. Sie macht es durch einen Biss in den Nacken (eben auf Katzenart). In ihren dolchartigen Eckzähnen, den Fangzähnen, hat sie das perfekte Werkzeug dafür. Allerdings sind diese spitzen Zähne nicht geeignet, um damit kraftvoll auf etwas Hartes zu beißen. Wohl vermögen die Dolche etwa die dünne Hirnschale einer Maus zu durchdringen, nicht aber deren Wirbelsäule zu zermalmen. Stattdessen zwängt sich der Eckzahn beim Tötungsbiss wie ein Keil zwischen die Halswirbel und sprengt diese auseinander. Dabei zerreißt das Halsmark und das Beutetier ist auf der Stelle tot. Um den Biss so präzise zu platzieren, macht die Katze während des Zubeißens eine Serie schneller Kieferbewegungen, die sie aussehen lassen, als würde sie schnattern.

+++Tipp+++

Was tun, wenn Miezi ihre Beute mit nach Hause bringt?

Tadeln Sie Ihre Katze nicht, denn das Zutragen gehört zum Sozialverhalten. Lassen Sie den Fang in einem günstigen Augenblick verschwinden und tauschen Sie ihn gegen frisches Futter aus!

Schließlich präsentiert jeder Jäger mit Stolz seine Jagdtrophäe und will sich dafür auf keinen Fall eine Strafpredigt anhören.
Vielleicht haben Sie es auch schon  beobachtet, dass bei Ihrem Liebling, zum Beispiel am häuslichen Fensterbrett sitzend und draußen Vögel beobachtend, plötzlich anfängt, mit zurückgezogenen Mundwinkeln zu "schnattern". Sie klappert regelrecht mit den Zähnen. Das ist nichts anderes als der beschriebene Tötungsbiss, den die Katze hier vollführt, als hätte sie einen der Vögel bereits im Maul. Verhaltensforscher nennen so etwas eine Leerlaufhandlung. Der Reiz, den die belauerten, aber unerreichbaren Vögel auf die Katze ausüben, ist so stark, dass er die Instinkthandlung des Zubeißens unwillkürlich auslöst.
Wohin bloß mit der Maus?
Eine Katze muss schon fast umkommen vor Hunger, wenn sie die getötete Beute gleich zu fressen beginnt. Gewöhnlich wendet sie sich "nach vollbrachter Tat" erst einmal ab. Es scheint, als habe sie plötzlich jedes Interesse an ihrer Beute verloren. Sie lässt sie einfach liegen, geht ein Stück davon weg, schnuppert vielleicht am Boden umher oder beginnt schon mal, sich zu putzen, doch dies alles dient nur dazu, die Spannung der vorangegangenen Jagd abzubauen, und gibt der Katze Zeit, sich wieder zu beruhigen. Nach einem solchen Spaziergang kehrt sie zu ihrer Beute zurück und trägt sie umher. Ablegen, Spazierengehen und Wiederaufnehmen der Beute kann sich noch mehrmals wiederholen, bis die erregte Jägerin ihre Gelassenheit wieder gefunden hat. Schließlich trägt (oder schleift, je nach Größe) die Katze ihren Fang meist an einen Platz, der eine gute Deckung bietet. Dort schlägt sie sich dann verdientermaßen den Bauch voll.
 
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