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Über Wildlinge, Vorsichtige und kleine Angsthasen
Eine scheue Katze kann einen ganz schön zur Verzweiflung bringen und je mehr man versucht das Tier zu locken, es zu streicheln und ihm dabei zu zeigen, dass man ihm nur Gutes will, desto mehr versteift sich der Minitiger auf seinen Rückzug. Um hier Erfolge zu erzielen, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, zu welcher der nachfolgend genannten Formen, Ihr Sofalöwe gehört und dass Sie viel Geduld brauchen.
 
Der Wildling- Er lässt sich niemals anfassen und hält stets eine Distanz ein, um nötigenfalls schnell flüchten zu können.
Die Gewöhnung an die Gegenwart des Menschen: Die Katze wird zunächst nicht angefasst, sondern muss sich über einige Tage daran gewöhnen, einen Menschen in direkter Nähe um sich zu haben. Wird sie gefüttert, bleibt man daneben und bietet Leckereien aus der Hand an. Da junge Katzen noch sehr verspielt sind, lässt sich der Wildling vielleicht zum Schnurfangen überreden. Solange das Tier bei jedem Erscheinen des Menschen in Panik gerät, sollte man überhaupt noch keinen Versuch machen, es anzufassen und sich auch zurückziehen, wenn man das Fressen hingestellt hat. Ja nicht einmal auf das Tier zu zugehen, ist ratsam. Tun Sie besser so, als wäre es gar nicht im Raum und lassen Sie es die ersten Tage immer wieder für Stunden allein, damit es sich etwas beruhigen kann.
Das Anfassen. Daran wagt man sich, wenn der Wildling etwas Scheu verloren hat. Zu ausgewählten Momenten, wenn die Katze z.B. mit Fressen beschäftigt ist, oder wenn sie ganz ruhig dasitzt und nicht wegläuft, versucht man leichte Berührungen. Mit einer Schnur versuchen Sie, die Katze auf den Schoß zu locken.
Hochheben. Das ist meistens der Punkt, bei dem der Wildling seine Kooperation einstellt. Bei wenigen von ihnen platzt jetzt der Knoten und sie kommen von selbst auf den Menschen zu. Andere lassen sich gerade noch mit der Hand anfassen, verweigern aber jede weitere körperliche Nähe. Zur begeisterten Schmusekatze mutiert ein Streunerwildling ohnehin nur selten. Über erstaunliche Erfolge mit der Zähmung von Wildlingen berichtet Linda Tellington-Jones. Ihr so genannter TTouch, der bei der Vorstellung der Methoden beschrieben ist, kann wahre Wunder bei scheuen Tieren bewirken, aber nur dann, wenn man diese besondere Form der Berührung beherrscht. Dabei spielt eine seelische, zwischenartliche Kommunikation eine Rolle, die vielleicht nicht jedermann praktizieren und fühlen kann. Linda Tellington-Jones versichert in ihrem Buch allerdings, dass es prinzipiell jedem möglich ist.
 
Die Vorsichtige- Sie ist zurückhaltend, lässt sich streicheln, aber nicht hochheben und springt auch nicht auf den Schoß.
Der Halter belohnt ab sofort jedes positive Verhalten, wobei es ganz auf die Katze ankommt, was für sie eine tolle Belohnung ist. Suchen Sie daher etwas aus, das Ihrer Katze sehr gut schmeckt und halten Sie diese Leckerei ausschließlich für die Momente der Belohnung bereit. Sie füttern z.B. nur noch dann Leckerlis, nachdem sich die Katze besonders freundlich gezeigt hat, Ihnen auf den Schoß gesprungen ist, sich hochheben ließ (auch nur eine kleine Strecke vom Boden auf den Schoß} oder es duldete, abgeschmust zu werden. Vermeiden Sie irgendwelche Gewaltaktionen, zum Beispiel die Katze aus einem Versteck herauszuzerren. Das würde den Minitiger nur noch mehr verschrecken.
 
Der Angsthase- Er liebt einen oder wenige Menschen heiß und innig. Vor allen anderen hat er panische Angst.
Er hat vor fast allem panische Angst, nur nicht vor seinem Halter. An diesem aber »klebt« der Angsthase so sehr, dass seine Anhänglichkeit zeitweise lästig wird. Diese Scheu entsteht gelegentlich, wenn Katzen zu früh, vor der neunten Lebenswoche, von der Mutter weggenommen oder gar ganz mit der Hand großgezogen wurden. Der frühe Verlust der Mutter und der Geschwister, die seelischen Traumata und das Fehlen der katzenmütterlichen Erziehung tragen dazu bei, dass das Tier derart neurotisch wird. Diese Zustände lassen sich nicht mehr ganz beseitigen. Doch Einiges kann man abschwächen. Wenn die Katze panische Angst vor einem bestimmten Menschen hat, vorausgesetzt, die Angst ist nicht begründet, kann man ihm nun verschiedene Katzendienste übertragen. Ab sofort füttert ER die Katze. Ab sofort macht ER ihr die Türe auf, wenn sie in ein anderes Zimmer will. Ab sofort säubert ER das Katzenklo usw. Der Erfolg dieser Methode kann wochen- oder monatelang auf sich warten lassen, hier ist also Geduld gefragt. Denn es ist wirklich ziemlich frustrierend, wochenlang um die Zuneigung einer Katze zu buhlen, und sie benimmt sich, als wollte sie sagen: "Du kannst mir den Buckel runterrutschen, miau".

Der TTouch ist übrigeres auch für solche Tiere eine Erfolg versprechende Methode, eventuell als Ergänzung. Wenn das alles wirklich nichts hilft, machen Sie's wie die Katze: Lassen Sie sich doch jetzt selbst den Buckel runterrutschen: Lassen Sie das Problem einfach los, bleiben Sie cool, streicheln Sie nicht, selbst wenn die Katze in Ihre Nähe kommt. Tun Sie so, als interessiert Sie das Ganze überhaupt nicht mehr. Das macht das Tier neugierig. Und, wenn es merkt, dass es beim Näher kommen nicht mehr der Gefahr überschäumender Zuwendung und Zuneigung ausgesetzt ist, dann kommt es vielleicht ganz von selbst angeschmust. Wenn das der Fall ist, dürfen Sie sich natürlich Stück für Stück erweichen lassen.

"Wo nichts gewünscht wird, herrscht Ruhe und die Welt wird von selbst stabil"  Laotse

 

Und prüfen Sie auch einmal Ihr eigenes Verhalten. Wenn Ihre eigene Lebenseinstellung von Ängsten geprägt ist, kann sich das auf eine sensible Katze übertragen oder eine Besserung verhindern.

 
 

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