zurück

Sie sind hier | Home | History | Katzenkult

 Besuchen Sie unser Katzenforum!

History Startseite Stammbaum Katzenfamilie Domestikation Aberglaube Kunst

Vor Jahrtausenden bereits, in der Hochkultur des alten Ägyptens, wurde die Katze als Gott- Tierwesen verehrt. Die Göttin Bastet, Tochter und Frau des Sonnengottes Ra, stellte man sich als wohlgestalte Frau mit einem Katzenkopf vor. Die Katze selbst hielt man als ihr Totemtier heilig. Dem Volk war das Töten einer Katze bei schwerster Strafe verboten, Priester schlachteten dagegen eigens gezüchtete Tempelkatzen als Opfergaben für die Göttin. Aber nicht nur Bastet, die Göttin der Freude und Fruchtbarkeit, wurde als Katze dargestellt, im verwirrenden Pantheon der Ägypter nahmen auch Ra selbst sowie Osiris, der Gott des Totenreichs, gelegentlich die Gestalt einer Katze an. Ihrer rätselhaft leuchtenden Augen wegen brachte man die Katze auch mit dem Mond in Verbindung und setzte sie gleich mit diesem Gestirn der Nacht, das den liebenden leuchtet.
Die alten Germanen wussten mit der Hauskatze, die ihnen durch die römische Besatzung bekannt geworden war, lange Zeit nichts Rechtes anzufangen. Gegen die Mäuseplage hielten sie sich Wiesel und Iltisse. In der germanischen Mythologie aber hatten Katzen längst ihren festen Platz.
Allerdings waren es hier Wildkatzen. Sie zogen den Wagen der Göttin Freya, der Mutter des Lebens, Göttin der fruchtbaren liebe. Hätten ihr passendere Tiere als die zärtlich sich umwerbenden Katzen zugeordnet werden können? Freya, die weitgehend mit der römischen Liebesgöttin Venus gleichzusetzen ist, war in der germanischen Welt die wohl populärste Göttin. Im ganzen Land standen ihre Tempel, und liebende baten sie durch Gebete und Opfergaben um ihren Segen. Ein Tag in jeder Woche war ihr geweiht und hieß entsprechend "Freyas Tag" oder Freitag. Er galt als der geeignetste Tag für eine Hochzeit. Christliche Priester brauchten lange, um dem Volk seinen alten Brauch, freitags zu heiraten, auszureden. Da Christus an einem Freitag gestorben sei, konnte dieser Tag nach ihrer Ansicht den Menschen schwerlich Glück bringen. Später, im prüden und frauenfeindlichen Mittelalter mit seiner fanatischen Religionsauffassung, sollte den Katzen ihre Verbindung mit der alten Fruchtbarkeitsgottheit noch teuer zu stehen kommen.
Katze und Kirche
Eigentlich hätten sie sich vertragen müssen, kamen sie doch etwa zur selben Zeit aus ungefähr demselben Teil der Welt nach Europa und hatten hier auch beide einen recht guten Start. Die Leisepfotigen teilten die Klausen mit den ersten frommen Einsiedlern und hielten die Mäuse von deren Brot fern.
Eine bezeichnende und oft wiedergegebene Geschichte aus der Zeit des frühen Christentums, ob wahr oder Legende, sei hier kurz erzählt: Um das Jahr 600 kam ein Wandermönch nach Rom und stand vor Papst Gregor I. Um die Demut und den Gehorsam des Mönches zu prüfen, verlangte der Papst von ihm: "Opfert Euer Liebstes!" Da zog der fromme Mann seine kleine Katze aus dem Ärmel seiner Kutte. Der Papst winkte lächelnd ab und holte ebenfalls eine Katze aus dem Ärmel. Jahrhunderte lang genoss die Katze im christlichen Europa uneingeschränktes Ansehen. Vor allem die einfachen Leute sahen in dem "M" auf der Stirn vieler getigerter Katzen das Siegel der Mutter Maria. In den Klöstern einiger Nonnenorden war die Katze das einzig erlaubte Haustier. In frommen Darstellungen wurde der Jungfrau Maria immer wieder auch ein Kätzchen beigegeben.
Im frühen Mittelalter wendete sich dann das Blatt zu Ungunsten der Katze. Religiöser Fanatismus, Weltuntergangsglaube, Sinnes- und Frauenfeindlichkeit bestimmten das Denken der geistlichen und weltlichen Herren. Das kirchliche Machtstreben richtete sich in erster Linie gegen alle Überreste heidnischen Volksglaubens. Man suchte ein Feindbild und fand es in der geheimnisvollen, eigenwilligen, nicht zu unterwerfenden Katze. Bewies sie nicht durch die lustvolle Betonung ihrer Sexualität zur Genüge ihre Verderbtheit? Die Kirche erklärte sie kurzerhand zum Teufelstier , und von nun an blies ihr der eiskalte Wind der Verfolgung entgegen. Zu Tausenden wurden sie auf den Scheiterhaufen verbrannt, allein oder zusammen mit den der Hexerei angeklagten Frauen.

Diese Seite ist Bestandteil von www.hauspuma.de | © by www.hauspuma.de  Alle Rechte vorbehalten