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Vor Jahrtausenden bereits, in der Hochkultur des alten
Ägyptens, wurde die Katze als Gott- Tierwesen verehrt.
Die Göttin Bastet, Tochter und Frau des Sonnengottes Ra,
stellte man sich als wohlgestalte Frau mit einem
Katzenkopf vor. Die Katze selbst hielt man als ihr
Totemtier heilig. Dem Volk war das Töten einer Katze bei
schwerster Strafe verboten, Priester schlachteten
dagegen eigens gezüchtete Tempelkatzen als Opfergaben
für die Göttin. Aber nicht nur Bastet, die Göttin der
Freude und Fruchtbarkeit, wurde als Katze dargestellt,
im verwirrenden Pantheon der Ägypter nahmen auch Ra
selbst sowie Osiris, der Gott des Totenreichs,
gelegentlich die Gestalt einer Katze an. Ihrer
rätselhaft leuchtenden Augen wegen brachte man die Katze
auch mit dem Mond in Verbindung und setzte sie gleich
mit diesem Gestirn der Nacht, das den liebenden
leuchtet. |
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Die alten Germanen wussten mit der Hauskatze, die ihnen
durch die römische Besatzung bekannt geworden war, lange
Zeit nichts Rechtes anzufangen. Gegen die Mäuseplage
hielten sie sich Wiesel und Iltisse. In der germanischen
Mythologie aber hatten Katzen längst ihren festen Platz. |
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Allerdings waren es hier Wildkatzen. Sie zogen den Wagen der Göttin Freya, der Mutter des Lebens, Göttin der fruchtbaren liebe. Hätten ihr passendere Tiere als die zärtlich sich umwerbenden Katzen zugeordnet werden können? Freya, die weitgehend mit der römischen Liebesgöttin Venus gleichzusetzen ist, war in der germanischen Welt die wohl populärste Göttin. Im ganzen Land standen ihre Tempel, und liebende baten sie durch Gebete und Opfergaben um ihren Segen. Ein Tag in jeder Woche war ihr geweiht und hieß entsprechend "Freyas Tag" oder Freitag. Er galt als der geeignetste Tag für eine Hochzeit. Christliche Priester brauchten lange, um dem Volk seinen alten Brauch, freitags zu heiraten, auszureden. Da Christus an einem Freitag gestorben sei, konnte dieser Tag nach ihrer Ansicht den Menschen schwerlich Glück bringen. Später, im prüden und frauenfeindlichen Mittelalter mit seiner fanatischen Religionsauffassung, sollte den Katzen ihre Verbindung mit der alten Fruchtbarkeitsgottheit noch teuer zu stehen kommen. |
Katze und Kirche Eigentlich hätten sie sich
vertragen müssen, kamen sie doch etwa zur selben
Zeit aus ungefähr demselben Teil der Welt nach
Europa und hatten hier auch beide einen recht
guten Start. Die Leisepfotigen teilten die Klausen
mit den ersten frommen Einsiedlern und hielten die
Mäuse von deren Brot fern.
Eine bezeichnende und oft wiedergegebene
Geschichte aus der Zeit des frühen Christentums,
ob wahr oder Legende, sei hier kurz erzählt: Um
das Jahr 600 kam ein Wandermönch nach Rom und
stand vor Papst Gregor I. Um die Demut und den
Gehorsam des Mönches zu prüfen, verlangte der
Papst von ihm: "Opfert Euer Liebstes!" Da zog der
fromme Mann seine kleine Katze aus dem Ärmel
seiner Kutte. Der Papst winkte lächelnd ab und
holte ebenfalls eine Katze aus dem Ärmel.
Jahrhunderte lang genoss die Katze im christlichen
Europa uneingeschränktes Ansehen. Vor allem die
einfachen Leute sahen in dem "M" auf der Stirn
vieler getigerter Katzen das Siegel der Mutter
Maria. In den Klöstern einiger Nonnenorden war die
Katze das einzig erlaubte Haustier. In frommen
Darstellungen wurde der Jungfrau Maria immer
wieder auch ein Kätzchen beigegeben.
Im frühen Mittelalter wendete sich dann das Blatt
zu Ungunsten der Katze. Religiöser Fanatismus,
Weltuntergangsglaube, Sinnes- und
Frauenfeindlichkeit bestimmten das Denken der
geistlichen und weltlichen Herren. Das kirchliche
Machtstreben richtete sich in erster Linie gegen
alle Überreste heidnischen Volksglaubens. Man
suchte ein Feindbild und fand es in der
geheimnisvollen, eigenwilligen, nicht zu
unterwerfenden Katze. Bewies sie nicht durch die
lustvolle Betonung ihrer Sexualität zur Genüge
ihre Verderbtheit? Die Kirche erklärte sie
kurzerhand zum Teufelstier , und von nun an blies
ihr der eiskalte Wind der Verfolgung entgegen. Zu
Tausenden wurden sie auf den Scheiterhaufen
verbrannt, allein oder zusammen mit den der
Hexerei angeklagten Frauen. |
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