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Viel später als mit der zweckmäßigen Nutzung von Hunden, Rindern und Schafen begannen die Menschen vor etwa acht Jahrtausenden, Katzen als Haustiere zu halten. Felszeichnungen, die Mensch und Tier gemeinsam zeigen, sind Zeugnisse früheren Zusammenlebens. Doch ob es sich nur um zufällige Begegnungen zwischen Mensch und Katze um eingefangene wilde Katzen oder bereits um eine Form der häuslichen Haltung und Züchtung von Katzen handelte, blieb bis heute unklar und umstritten. In Jericho gefundene Felsbilder aus dem 6. und 5. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zeigen mit Katzen spielende Frauen.
Ein anderer Ort ähnlicher Funde war Ur, eine sumerische Stadt in Süd-Mesopotamien, die etwa 150 Kilometer westlich der heutigen Stadt Basra im Irak lag. Dort wurden etwa 4500 Jahre alte Zeichnungen entdeckt. Rückschlüsse auf die Haltung von Katzen als Haustiere im sumerischen Reich und Vorderen Orient ließen sich aber nie gänzlich beweisen.
Die Sichere Beweise für die gezielte Züchtung von Katzen stammen aus der 12. und 13. Dynastie der altägyptischen Hochkultur. Vor etwa 1800 Jahren begannen die Ägypter damit, die nubische Falbkatze zu domestizieren, sie in menschlichen Behausungen - oder in deren Umgebung - zu halten und ihre verschiedenen Fähigkeiten und Vorzüge zu nutzen. Darauf lässt sich aufgrund von Ausgrabungen schließen, bei denen nicht nur Katzenbilder gefunden wurden, in den Mumiengräbern entdeckte man auch Jungtiere, die allein oder mit den Pharaonen zusammen begraben wurden. Im alten Ägypten der 12. Dynastie erreichte der Katzenkult seinen Höhepunkt. Im 15.Jahrhundert vor Christus waren Katzen nicht nur vollständig domestiziert, sie wurden auch als heilige Tiere verehrt. (S.a. Katzenkult)
1100 Jahre später, also um 400 vor Christus, verbreiteten sich die reinlichen Mäuse- und Rattenjäger in den griechischen Kolonien rund um das Mittelmeer und gelangten später auch zu den Römern, die sie in ihre Häuser aufnahmen und ihnen Schutz gewährten. Sie übernahmen den Platz und die Funktion der unsauberen und übel riechenden Frettchen. Die Römer waren es auch, die den Katzen ihren heutigen Namen gaben. Zunächst gatta genannt, erhielten sie später die Bezeichnung cattus. Daraus wurde das französische "chat", das englische "cat" und schließlich zu Deutsch "Katze".
Im Laufe des folgenden Jahrtausends setzten sich die Katzen als Haustiere in ganz Europa und Asien durch; sie wurden jetzt nicht mehr verfolgt und unter den Menschen verbreitete sich die Anerkennung und Nutzung ihrer Fähigkeiten. Gleichzeitig wurden sie auch vergöttert, geliebt und bewundert, aber auch gehasst, verfolgt und getötet. Auch in Ostasien verbreitete sich die Domestizierung von Katzen schon frühzeitig.
800 vor Christus wurde die Hauskatze in China schriftlich erwähnt, von dort gelangte sie in den folgenden Jahrhunderten nach Japan, wo am kaiserlichen Hofe ab dem 10. Jahrhundert Katzen verehrt und sorgfältig gehegt wurden. Waren die Katzen im England des 10. Jahrhunderts und bei den Germanen noch anerkannte und zum Teil verehrte Tiere, verkehrte sich das hohe Ansehen der Katzen bald darauf in sein Gegenteil: Mit dem Aufkommen der christlichen Religion verbreitete sich auch das Misstrauen gegenüber den geheimnisvollen Tieren. Im Mittelalter wurden die Legenden um die negative, magische Ausstrahlung der Katze und ihren teuflischen Geist geboren. Sie galt nun als heidnisches Tier und wurde als Gefährte des Bösen und Zeichen des Teufels betrachtet. Alles irdische Unglück, ob persönliches Unglück und Krankheit oder Naturkatastrophen und Dürrejahre wurde den Katzen, besonders den schwarzen Exemplaren, angelastet. (Siehe auch Katze und Kirche) Die Verteufelung der Katzen hatte im Mittelalter aber auch eine sehr negative Konsequenz für den Menschen, die Verbreitung der Pestkrankheit. Als die Katzen in den Städten kaum noch geduldet wurden, verwilderten sie und zogen sich in die Wälder zurück. Das städtische Terrain überließen sie den Ratten, die sich so ungehindert nähren und vermehren konnten. Mit der starken Verbreitung der Ratten wuchs die Pestepedemie in Europa, die innerhalb weniger Jahrhunderte Millionen von Menschen das Leben kostete. Erst in den Herrenhäusern und Palästen der Neuzeit kehrte die Katze wieder in die Nähe der Menschen zurück. Dort diente sie zunächst als Schmusetier für den Adel, und langsam erinnerte man sich auch an den praktischen Nutzen, den das domestizierte Raubtier für Haus und Hof bringt. Die Anwesenheit von Katzen schützte die Ernte und den Hof vor unliebsamen Räubern. Ratten, Mäuse und auch Insekten zogen sich dort zurück, wo zumeist mehrere Katzen ihr Jagdrevier und Heim hatten. So auch auf den Schiffen, die in die neue Welt aufbrachen und das Tier samt Auswanderern nach Amerika brachten. Denn nur die mitgeführten Katzen waren eine Garantie dafür, dass der Proviant auf den Schiffen nicht von Ratten verzehrt würde, bevor die Überfahrt vollendet war. So lernten auch die ersten Siedler ihr mitgeführtes Haustier schätzen. Zunächst auf dem Lande, um Schädlinge vom Haus fernzuhalten, später aber immer mehr im Haus und in den entstehenden Städten, wo sie dem Menschen ein Stück Gemütlichkeit und ein Wärmegefühl schenkten.
Langsam wurde die Katze zum begehrten Heimtier und es entstand die gezielte Züchtung von Rassetieren, die den ästhetischen und praktischen Bedürfnissen und Wünschen der Menschen entsprechen sollten. Das Anlehnungsbedürfnis der Hauskatzen, ihre meist prächtigen Farben und oft majestätische Eleganz, zudem die Ruhe, die sie ausstrahlen und ihr Sanftmut ließen die Katze zu einem beliebten Haustier werden. Bereits 1626 wurden in Nordamerika Hauskatzen geschätzt, heute gelten die USA und Großbritannien als die Hochburgen der Züchtung von Rassekatzen. Und nicht nur die edlen Rassekatzen, auch die in manchen Gebieten Amerikas seltene Hauskatze wechselte ihren Besitzer gegen zum Teil beträchtliche Summen. So fand denn auch die erste Katzenausstellung in London im Jahre 1871 statt, wo in den Folgejahren auch exotische Rassen wie die thailändische Siamkatze gezeigt wurden. Bald darauf entstanden die ersten Katzenzuchtvereine, ab 1910 zunächst in England und in den 20erJahren auch in Deutschland. Zu Beginn sorgte die Zähmung der Wildkatze, dann ihre vollständige Domestizierung für die Entwicklung zum meist braven, wenig aggressiven und wenig scheuen Haustier.

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